© © Gertje König:

Ausstellungseröffnung und Masterpräsentation
Vernissage am Freitag den 16. März, ab 19:00 Uhr im Enfants Artspace

Die Arbeit »Innen Außen Zwischen – eine Figuration des Selbst« setzt sich mit der Thematik der fotografischen Selbstinszenierung und dem Begriff des weiblichen Narzissmus aus- einander. Die Abbildung unterschiedlicher Gefühlswelten »dem Schwanken zwischen einer naiv euphorischen, Welt- und selbstvergessenen Verfassung und der haltlos am eigenen Selbst zweifelnden Figur«, sind wesentlicher Inhalt der Fotografien. Die Rückkopplung durch die Anderen ist ein andauernder Versuch das vage »innere Bild« mit der Schnittmenge der »äußeren Bilder« zu erfahren und in Übereinstimmung zu bringen.« Dabei wird der Blick von außen durch die Kamera symbolisiert, »die Anderen« durch die Fotografin und die Apparatur ersetzt. Diese Suche nach Halt durch das komplexe Außen kann niemals ein konkretes Bild erzeugen zu divers sind die Spiegelungen, zu unterschiedlich die Facetten. Diese Arbeit ist dennoch ein Versuch, sich über die Oberfläche der Fotografie – der Kamera als Spiegel – dem unter der Oberfläche Verborgenem anzunähern.

Die Ausstellung zeigt Fotografien, Objekte und Videoinstallationen.
Öffnungszeiten:
Vernissage: Freitag 16. März ab 19 Uhr bis open end
Ausstellungsdauer: 17.03.18 und So 18.03.18 von 15:00 - 18:00 Uhr
sonst immer: Mo - Fr 13:00 - 17:00 Uhr oder nach Absprache 17. bis 30. März 2018

Finissage: Freitag 30. März 15:00 - 19:00 Uhr
Ort: Enfants Artspace, Pilatuspool 19, 20355 Hamburg
Kontakt: +49 176 93 12 09 03 , mail@gertjekoenig.de
https://www.facebook.com/events/424479577971510/
http://www.enfants.de

chronologie des fallens

Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Untersuchung eines Zustandes der modernen Gesellschaft welcher von Freiheiten, Träumen und von unendlichen Möglichkeiten erzählt, der aber auch von Zwängen und archaischen Gefühlen geprägt ist. Mit der Anlehnung an das barocke Gemälde „Der Höllensturz der Verdammten“ nach P.P. Rubens versucht sich die fotografische Arbeit an einer zeitgenössischen Interpretation der Thematik des gesellschaftlichen Falls. In dieser Darstellung sind die fallenden Figuren aus der barock-religiösen Sinngebung des „Höllensturzes“ herausgelöst und beziehen sich nunmehr assoziativ auf soziale Strukturen unserer spätmodernen Gesellschaft und der aus ihr erwachsenen Gefahr zu „scheitern“, sinnbildlich den Halt zu verlieren und zu „fallen“.

  • © © Gertje König: UL4

urban sound

Die großformatigen Baumportraits inmitten städtischer Architektur lassen die Atmosphäre und den Klang jener Orte visuell erfahrbar werden. Zweige und Stamm geraten in Bewegung und scheinen das Vibrieren und Schwingen der Stadt wiederzugeben. Das Konstrukt des Baumes wird zerlegt, neu zusammengefügt und bildet eine kongruente Erscheinung zu der von Menschenhand erbauten Architektur. Auch sie bildet neue Formen, Strukturen und Umrisslinien; verdichtet sich an manchen Stellen zu deutlich sichtbaren Wänden und zerfällt an Anderen zu durchscheinenden Gebilden. Ähnlich dem wabernden Rauschen, dem Brummen und "Atmen" einer Stadt.

baumportraits

Zu sehen ist eine Aufnahmetechnik der Mehrfachbelichtung auf einem 4x5 inch großem Negativ. Als zentrales Motiv steht jeweils der Baum in einer neutralen verschneiten Landschaft mit Wolken bedecktem Himmel. Der Bildaufbau, mit seiner großen Freifläche im Vordergrund, beschreibt mein subjektives Blickempfinden das dem Betrachter einen optischen Weg aufzeigen soll.

Die Zweige und der Stamm scheinen in Bewegung und flirren vor der im Hintergrund latent wirkenden Landschaft. Der Baum wird hervorgehoben, fast wie auf einer Studioleinwand. Durch die Überlagerung der unterschiedlichen Perspektiven entsteht eine neue, ungewohnte Sichtweise. Der Baum wird zerlegt und zu einem neuen dreidimensionalen Konstrukt zusammengefügt; er gewinnt an Facetten und wird so in seiner ganzen Feinsinnigkeit, filigranen und komplexen Erscheinung abgebildet.

innenwelt

bewegtes selbstbild

In wie weit beeinflussen uns vorgefertigte Bilder und Begrifflichkeiten in unserer Imagination und können wir diesen überhaupt entgehen? Auf der Suche nach einer Möglichkeit mit diesen eingeprägten Bildern zu brechen, entwickelte ich eine Aufnahmetechnik die dem Zufall und dem Fehler Raum geben sollte: eine pendelnde Kamera die eine „zufallsgesteuerte“ Bewegung ausführt. Durch die experimentelle Technik der Aufnahmen und der endgültigen Auswahl entstanden gerade nicht klassisch kontrollierte Portraits sondern zufällige Facetten unterschiedlicher Stimmungen.

weiße serie